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Dienstag, 27. Januar 2015

Peking und die große Mauer


Ein paar Tage nach meinem Dublin ging es nach Peking, der Hauptstadt Chinas. Der Hinflug gestaltete sich relativ interessant und laut, da die Chinesen so gut wie kein Englisch sprechen und auch jegliche Handzeichen auf diesem Flug gekonnt ignoriert haben, warum auch auf jemanden hören der kein Kantonese oder Mandarin spricht...





Angekommen in Peking fiel eine Sache sofort auf, der massive Flughafen. Dubai an sich wirkt bereits riesig auf mich und ich habe bisher so einige Flughäfen gesehen aber Peking... Riesen Terminal, allein die Deckenhöhe ist sehr erstaunlich, wie das architektonisch so zu bewerkstelligen war, aber wohl besser keine weiteren Fragen dazu stellen... :-)

Nach einer kurzen Busfahrt kamen wir im Hotel an. Zwar ist es ein Radisson, aber dazu muss man sagen, dass je nach Kette die Landesdependancen nicht mit den europäischen Ablegern mithalten können. Das Zimmer war mäßig sauber, dank Smog draußen roch es innen auch entsprechend...
Man muss sich Smog so vorstellen: Jemand raucht in einem geschlossenen Raum mehrere Tage ununterbrochen ohne ein Fenster oder eine Tür zu öffnen. Die bereits verrauchte Luft wird nun noch mit Staub angereichert, voila so riecht Smog... Nur leider gibt es den nicht nur im Hotelzimmer sondern auch draußen überall. Das machen die vielen Parks und Grünflächen auch nicht mehr wett...

Ich hatte geplant zur chinesischen Mauer zu fahren. Wie so oft stand ich dann morgens alleine da, da die Damen der Schöpfung sich dazu entschlossen, lieber shoppen zu fahren, wo doch alles so toll günstig ist in China... Konnte mir egal sein.
Ich bestieg ein Taxi, wurde erstmal wild durch Peking gefahren bis ich den Fahrer dazu anhielt mich doch endlich zur Bahn zu bringen... Weiter ging es knapp 2h durch die Wildnis raus zur Mauer. Hier angekommen eine positive Überraschung: außerhalb der Stadt war es nicht nur nochmal 10 Grad kälter sondern es lag auch Schnee. 




Auf zur Talstation der Gondelbahn, Ticket gekauft, gewartet und ab ging es. Die Chinesen haben es raus, mit Menschenmassen umzugehen und diese so zu beherrschen dass es kein Gedränge gibt oder eine zu lange Wartezeit entsteht, vielleicht können sich hier die Inder mal ein Beispiel dran nehmen, das Unsaubere haben sie schonmal gemein...


Oben angekommen war ich erstmal sprachlos: Ich stand vor jahrtausende altem Mauerwerk, hoch oben auf den Bergen über Peking... In solchen Momenten merke ich was für ein Privileg der Beruf mit sich bringt.






Leider spielte das Wetter nicht wirklich mit. Dank Nebel und Smog war die Sicht beschränkt, dennoch konnte ich ein paar gute Bilder machen, die sicher bald auf Leinwand an eine Wand zuhause wandern werden.





Zurück im Tal dann der Schock: mein geplanter Zug kam erst drei Stunden später als geplant, da man spontan entschlossen hatte, es lohnt sich kein früherer. Also entweder warten und Zeit verlieren oder ein "Taxi" nehmen. 
Es kam dann direkt auch schon ein Mann auf mich zu und bot sich an, mich zurück nach Peking zu fahren. Nach einigem Verhandeln gab ich nach und wurde durch die Wallachei zu einer Metro Station gebracht. Ich muss nicht extra betonen, wie unwohl ich mir in dem Privatauto vorkam, sicher nicht die sicherste Variante aber die schnellste.
So hatte ich noch etwas Zeit einen großen Park in Peking zu Besuchen, genannt Temple of Heaven. Hier handelt es sich nicht um eine Tempelanlage sondern um einen großen Park mit diversen Hallen und kleineren Pagoden, die seit der Ming Dynastie existieren und immer weiter erweitert wurden.



Nach gut einer Stunde Metro Nutzung kam ich dann auch am Ziel an und wurde mit etwas Sonne bereits empfangen.




Peking hat sich für mich in Vielerlei Hinsicht gelohnt. Ich habe wieder ein Stück China erkunden können, einen weiteren Pfeil auf der Weltkarte erobert und dazu etwas Kultur erfahren, was es heißt einen deutschen Pass zu besitzen und wie privilegiert man sein kann aus Europa zu kommen.
Jeder meckert und motzt gerne rum, über das Wetter, die Steuern, die Politik,... Wir sollten jedoch nach wie vor glücklich sein für das was wir haben. Ein Dach über dem Kopf, einen festen Job, geregeltes Einkommen aber vor allem für Familie und Freunde, denn viele Menschen in China sind so bettelarm, dass jeder in der Familie hart arbeitet, um überhaupt einen Laib Brot zu haben...

Ich kann es nicht erwarten wieder zuhause zu sein, bei meinen Lieben...