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Montag, 12. Januar 2015

Kapstadt und Weihnachten

Nach meinem Ausflug in den asiatischen Osten ging es ans Kap der guten Hoffnung, nach Kapstadt.
Ich habe mich lange auf diesen Flug vorbereitet und gefreut. Hier steht eine sehr berühmte Patisserie namens Charly's Bakery. Über diese gibt es eine TV Serie, über den Aufstieg des Ladens, die Familie hinter dem Geschäft sowie der tragische Tod des Gründers, Charly.Ich wurde, wie öfter mal, dafür verspottet, dass ich an meinen Layovern in Genusstempel gehe, anstatt mir etwas von der Landschaft anzusehen. Dazu muss ich sagen, dass man ein Land nur dann kennen lernen kann, wenn man seine Speisen kennen gelernt hat.





Der Flug erwies sich als sehr angenehm. Viele Südafrikaner an Bord, generell ein sehr nettes Völkchen. Trinkfreudig aber auch redselig, man lernt also die Lebensgeschichte der alte Oma genauso kennen, wie die Geburt der Kinder einer vier köpfigen Familie.Also alles in allem ein entspannter Flug.

Nach so einem Flug geht dann meist die Erwartungshaltung an eine Stadt los: wie werden die Einheimischen vor Ort sein, wie ist das Essen wirklich, die Weine, das Wetter, finde ich ein paar schöne Souvenirs für zuhause...Im Bus zum Hotel dann die erste Sprachlosigkeit: Am Strassenrand liegen die Townships, kleine Siedlungen die meist nur aus Wellblechhütten bestehen, meist keine Elektrizität haben und einen wieder daran erinner, wie gut es einem geht.Neben den Townships fängt dann direkt das Stadtzentrum Kapstadts an, noble Villen, viel Luxus,... Ich habe selten in einer Stadt Arm und Reich so nah Tür und an Tür leben sehen wie hier.




Landschaftlich muss man sagen, dass es atemberaubend ist. Der Tafelberg und der Löwenkopf als Panorama im Hintergrund sind einmalig. Dazu hatten wir strahlenden Sonnenschein und 30 Grad, was will man mehr.
Nach dem Einchecken ging es dann direkt los. Ich zog wie so oft alleine los (ob ich zurück in Deutschland überhaupt noch in einer Gruppe losziehen kann wird sich zeigen...). An der Rezeption holte ich mir Tipps, wie ich am besten zu Charlys Laden kam. Dort wusste man auch direkt wo ich hin will und musste lächeln, dass ein Deutscher, weit gereist, als erstes diesen Laden sehen will.
Ich bin in der letzten Zeit viel rumgekommen, habe viel gesehen und bin viel gelaufen. Allerdings unterschäze ich immer wieder die Distanzen auf den Stadtkarten. So auch dieses Mal.





In Flip Flops zog ich los, in Richtung Townships, da die Patisserie an der Grenze zwischen Stadt und Townships liegt (hier werden auch viele Leute aus dem näheren ärmeren Umfeld beschäftigt, was mir sehr gut gefällt).Nach gut 20min gelangte ich zuerst zum Green Market. Hier werden allerlei Antiquitäten und Souvenirs für Touristen verkauft. Ich wusste, wenn ich hier etwas finde, dann muss gehandelt werden. So kam es, dass ich an einem Stand ein MaskenPaar fand aus dem Stamm der Zwaheli. Nach längerem hin und her, einem "my friend I make you good german price" gelang es mir den Preis von 100 auf 60 Euro zu senken. Nun hatte ich also zwei große Masken (rund 60cm Länge) in einer Tasche, musste aber noch weitere 15min laufen bis ich endlich im Laden ankam. Vorausdenken klappt halt doch nicht immer so gut wie ich denke...



Etwas geschwitzt aber glücklich schaffte ich es schließlich den Laden zu finden. Wie erwartet musste ich mich in einer langen Schlange anstellen, es war die Zeit allemal wert!Ich habe selten so eine tolle und vor allem farbenprächtige Auswahl an Gebäck in einer Theke gesehen wie hier. Die Afrikaner sind eben nicht nur ein Volk voller Farben, sie leben es auch aus, super schön!
Gestärkt und mit vollen Taschen ging es dann zum Hotel zurück. Man Körper sagte er braucht nun Schlaf, mein Kopf wollte noch die Hafenfront erkunden. So kam es, dass ich das nächste Hotelshuttlle zum Hafen nahm und dort den beginnenden Abend genießen konnte.





Vom vorher kalten Japan war das sommerliche Kapstadt ein waher Segen auf der Haut. So genoß ich dann auch passend ein Glas Weißwein aus der Gegend und eine nie zuvor gesehene Portion Rippchen am Hafen, bevor ich meinen Rückweg antrat...


Den Rückweg durfte ich nun im Cockpit antreten und so noch eine schöne Ansicht genießen, Kapstadt von oben, einmalig!






Nach Kapstadt stand eigentlich Stockholm auf dem Plan. Ich hatte diesen Flug mit meinem Shanghai getauscht, um doch am 24.12. noch zuhause sein zu können. Die Firma hatte mir über Weihnachten frei gegeben, quasi als Weihnachtsgeschenk...




Durch den Klimawechsel hatte sich jedoch, wiedermal, ein kleiner Virus eingenistet, sodass ich flachlag, abends jedoch noch flott ein paar Plätzchen mit Ginny backen konnte.






Die gute Seite: einen Tag früher heim fliegen, ohne Stress, dachte ich. So kam es, dass ich spontan ein Ticket der AirBerlin buchte, einen Bustransfer nach AbuDhabi organisierte um von dort nachts abzufliegen und nachmittags in Düsseldorf anzukommen...

Leider kreuzte da der A330 der Firma meine Pläne. Die Maschine, welche mich hätte nach Hause bringen sollen, entschied in Abu Dhabi kaputt gehen zu wollen, Triebwerksprobleme. Dies resultierte in einer Verspätung von ein paar Stunden, da man erst eine neue Maschine einfliegen lassen musste. Da man aber spontan keine A330 zur Verfügung hatte, wurde es ein A321. Anstatt 300 also nur 180 Plätze. Generell kein Problem, wenn da nicht zwei Probleme wären: der Tank ist nicht ausreichend um knapp sieben Stunden zu fliegen, eine Zwischenlandung zum Tanken wurde also nötig. Zudem ist die Bestuhlung sehr eng, sodass ich nicht gerade sitzen konnte. Dazu die Erkältung und man weiß es war ein anstrengender Tag. Die Zwischenlandung fand in Constanta statt, am schwarzen Meer, auf einem Militärflughafen, mitten im Nirgendwo... Eine interessante Erfahrung....

Es war sehr schön dieses Jahr Weihnachten zuhause sein zu können. Ich habe die Tage sehr genossen. Da ich über Neujahr nach Chicago fliegen sollte um danach dann offiziell Urlaub zu haben entschloss ich auch diesen Flug zu tauschen. Ich war bereits 2012 mit Heiko in Chicago, wollte mir keine 15h Flug antun nur um dann nach knapp 24h direkt wieder zurück nach Dubai fliegen zu müssen. Da muss ich sagen, ist mir mein Schlafrythmus dann doch wichtiger. Der Tausch klappte, ich konnte anstelle der USA nach Nigeria, nach Lagos... 

Manche sagen nun, der Tausch ging für mich nach hinten los. Ich denke jedoch anders, da es hier mehr Spesen gibt und das Hotel und das Essen traumhaft sind... Ja ich reise quasi von einem Ort zum anderen nur wegen der Kulinarik :-)