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Samstag, 6. Dezember 2014

Lagos

Einen Tag nach der Safari stand Lagos auf dem Programm.
Lagos ist die ehemalige Hauptstadt von Nigeria, nun abgelöst durch Abuja. Da einige Bürger dadrüber unglücklich sind, wie über vieles andere in diesem Land gibt es hin und wieder Unruhen, Bomben explodieren auf den Strassen oder es werden Leute erschossen, ja in solche Länder fliege ich auch in meinem Job...


 Abu Dhabi von oben...







Der Flug nach Lagos dauert rund 8h und ist geprägt ausschließlich von Nigerianern, mal zur Abwechslung keine Inder...
Nigerianer haben verschiedene Angewohnheiten, ich werde nur einige wenige Aufzählen da wir sonst nach Weihnachten noch hier sitzen und lesen...
Es beginnt damit, dass viele einfach nicht "Entschuldigung" und co sagen/rufen sondern mit Zischgeräuschen oder Schnipsen auf sich aufmerksam machen, oder es zumindest versuchen. Man gewöhnt sich relativ schnell daran und merkt, dass die wenigsten es böse meinen, sondern einfach nicht besser wissen wie sie auf sich aufmerksam machen sollen.



Manche kennen keinerlei Hygiene, so kommt es dass man in der Toilette, die nun wirklich keine Wissenschaft sein sollte, nicht weiß welches Becken jetzt für was zu benutzen ist, also wird das Waschbecken zweckentfremdet,... kein Witz...





Auf der anderen Seite danken sie einem dann sehr warmherzig und ehrlich, hier wird das zwischenmenschliche doch noch, irgendwie, wertgeschätzt...

In Lagos angekommen beginnt direkt der Kulturschock und den kann man wirklich so nennen. Dass dieser Flughafen überhaupt international arbeiten darf, ein Wunder.
Die Einreise, man kennt es, Reisepass auf einen Tresen legen, warten bis der Beamte sich alles sehr genau angesehen hat und einen dann durchwinkt, gibt es in Lagos nicht.
Die Crews tragen sich in einem Buch ein, was wie ein Gästebuch aussieht... Einige Seiten zuvor standen Kollegen von British Airways und Lufthansa.

Dann nimmt man seine Koffer und wartet auf den Guide, der einen zum Bus bringt. Generell ist es angenehm warm in Nigeria, die Klimaanlage im Terminal ist kaputt, wahrscheinlich schon eine lange Zeit und warum reparieren wenn man das Geld lieber in Korruption stecken kann.

Der Weg zum Bus lässt einen innerlich erstarren, äußerlich nicht, denn man sollte besser in Bewegung bleiben, da man nie weiß was passiert.
Man kommt an bewaffneten Polizeigruppen vorbei, ich spreche von Maschinengewehren nicht normale Pistolen.
Die Trucks sind gepanzert wie man es nur aus Afghanistan kennt. Im Bus dann (hier funktionierte die Klimaanlage) hieß es Vorhang zulassen, keinen Blick nach draußen riskieren solang der Bus steht, da man nie weiß wer Interesse am Inhalt des Buses haben könnte.

Auf dem Weg zum Hotel ist der Bus nicht allein: die Polizei eskortiert einen dort hin, um alle Nase lang dann mit Sirene deutlich zu machen, dass der Bus Vorfahrt hat.
Seltsames Erlebnis.





Im Hotel angekommen (nachdem man sehr hohe Stahlzäune passiert hat) erwartet einen Luxus vom feinsten, was so gar nicht zur Umgebung des Hotels passt... Nur getrübt von gelegentlichen Stromausfällen, die nach gut 2min aber immer wieder vorbei waren.

Die Angestellten sind unfassbar freundlich, immer zu einem Scherz bereut und versuchen auch sonst einen ins Gespräch zu verwickeln, auf eine nette Art, nicht aufdringlich...





Lagos gilt als einziges Layover der Firma, in der die gesamte Crew zusammen am Pool sitzt, isst und trinkt und zusammen einfach die Zeit genießt. Normalerweise geht jeder nach dem Flug seine eigenen Wege und man trifft sich im Bus zum Flughafen wieder...

Am nächsten Morgen beim Frühstücksbuffet kam ich ins Gespräch mit einem der Köche. Es gab am Abend zuvor, also kurz nachdem wir angekommen waren einen Bombenanschlag auf die Hauptstraße, die von der Innenstadt zum Flughafen und weiter nach Abuja führt. Wie gut, dass wir da bereits im Hotel waren...
Der Rückweg dauerte dementsprechend etwas länger... Am Flughafen angekommen die nächste Kuriosität: Man versucht sehr penibel zu sein bei den Kontrollen, lässt aber die meisten westlich aussehenden Menschen einfach durch ohne groß Terz zu machen wenn es piept. Bei dem afrikanischen Kollegen hat man erstmal eine große Körperabtastung vorgenommen bevor sein kleiner Koffer dran war...



Ich habe viel gelernt auf diesem Trip, vor allem dass man glücklich sein muss, für das was man hat, denn es geht immer schlimmer.
Wir vergessen in der heutigen Welt doch zu schnell, wie gut wir es haben, und wie schlecht es manch andren geht...






Als nächstes folgt nun ein Bericht aus Taipei...