Anknüpfend an den Beitrag vor zwei Wochen nun der zweite Teil des Reiseberichts: Am vergangenen Sonntag-Dienstag durfte ich ein zweites Mal in einem Monat nach Vietnam reisen, diesmal mit einem komplett durchorganisiertem Plan, Alkohol stand diesmal nicht auf dem Programm, ich wollte mehr aus dem Tag machen als eine durchzechte Partynacht...
Der Flug gestaltete sich sehr angenehm ruhig, diesmal war eines eine B777-300, also rund 390 Gäste in der Economy, wir waren aber nur halb voll, also große Kabine aber wenig Gäste, ruhiges Arbeitsklima .-)
Abends im Hotel angekommen, hab ich direkt eine Fußmassage gebucht, die dank Rabatt nur rund 10€ für 45min gekostet hat, absolut lohnenswerte Investition...
Am nächsten Tag ging es dann früh los, um 7.40h wartete der gebuchte Bus vor dem Hotel, von 16 Crewmitgliedern kamen 12 zum gebuchten Ausflug mit, Seltenheitswert. Normalerweise hat man max. 3-6 Kollegen bei Touren mit dabei, der Rest spart entweder die Spesen oder war schonmal da oder ist einfach zu faul, nicht so diesmal...
Der Bus fuhr uns ins gut 2,5h entfernte Mekong Delta Areal, in die kleinste Stadt im Umkreis Ho Chi Minhs City (Ho Chi Minh hat rund 10mio Einwohner...), dort bestiegen wir ein Fährboot und fuhren gut 30min auf die andere Seite des Mekong. Hier ging die Tour dann los: Wir besuchten eine Honigbienen Farm, tranken Honigtee, bestaunten riesige Schlangen oder auch ganz kleine in Flaschen in Schnaps eingelegt was nicht wirklich meinem Geschmack entsprach...
Von dort aus ging es in eine andere Ecke der Halbinsel, hier wurden Kokosnüsse zu Süßigkeiten verarbeitet, vom Geschmack her ähnlich wie englisches Toffee aber noch klebriger im Mund, also nichts für mich,...
Weiter führte der Weg zu traditionellem Obst, welches zusammen mit live Frauengesang am Tisch gereicht wurde....
Von hier aus ging es zum Highlite der Tour: Die Fahrt in Langbooten über kleine Ausläufer des Mekong, vorbei an Kokospalmen und viel Urwald...
Nach einem Sprung über Boote ging es wieder auf eine andere Halbinsel, diesmal um von Pferdetaxen zum Restaurant gebracht zu werden, wo es dann viele Kleinigkeiten zu Essen gab...
Nach einer langen Busfahrt kamen wir erschöpft aber glücklich wieder im Hotel an und es war noch genug Zeit um sich nochmal hinzulegen bis der Rückflug nachts ging...
Der Rest des Monats ist verhältnismäßig unspektakulär gehalten: Neben Pakistan habe ich drei Flüge nach Deutschland, nächsten Monat geht es ja dann in den "richtigen" Urlaub nach Florida, ich kann es kaum erwarten....
Nach meinem Vietnam Ausflug hatte ich ein paar Tage Zeit um mich zu erholen, Mama kam Dienstag Nacht aus Düsseldorf an, wir haben die Nacht mehr oder weniger durchgemacht und ich musste Mittwoch morgens um 7Uhr im Aviation College auf der Matte stehen.
Nach knapp einem halben Jahr in der Luft, wo ich nicht mehr im Training war schon ein merkwürdiges Gefühl, aber es war ja für etwas gutes...
Seit Ende Oktober habe ich viele der rund 90 Menschen, mit denen ich zusammen die Ausbildung bei Emirates absolviert habe, nicht mehr gesehen oder nur dank Facebook mitbekommen wie es ihnen ergangen ist. Entsprechend groß war die Freude, den ein oder anderen wieder zu sehen, Erfahrungen auszutauschen und einfach in Erinnerungen an die sieben harten Trainingswochen zurück zu denken...
Ich kann es kaum glauben, dass ich vor über sechs Monaten die Maschine von Düsseldorf nach Dubai genommen habe und seitdem Dubai mein Zuhause nennen darf/kann. Ich habe mich mittlerweile doch recht gut eingelebt, weiß wo ich hingehen kann um ausgefallene Dinge einzukaufen, um die ein oder andere Nacht um die Ohren zu schlagen, oder einfach um gutes Essen zu bekommen.
Während Mama sich in meiner Wohnung vom Flug und den 3h Zeitverschiebung ausruhte, habe ich im großen Auditorium noch einmal Lektionen zum Thema Sicherheit, Service, Aussehen und Ernährung bekommen, dann wurde kurz geprobt wie man am Besten auf die Bühne zu gehen hat und dann war es schon 14Uhr und die Lieben Besucher durften zu uns.
Es war eine schöne Zeremonie, in der man für die letzten sechs Monate harte Arbeit belohnt wurde. Die Probezeit ist vorbei, das richtige Leben kann beginnen... Und die Zeit fliegt dahin, ich lebe von Dienstplan zu Dienstplan...
Mama war ganze fünf Tage hier, wir haben verschiedene Ecken Dubais erkundet, die ich selbst noch nicht kannte, z.B. Atlantis oder das alte Dubai mit seinem Fährverkehr über den Creek für umgerechnet 20Cent pP...
Ende nächsten Monats geht es bereits in den nächsten Urlaub: Diesmal verlasse ich Dubai zusammen mit Virginia, wir fliegen in die Staaten nach Florida und machen dort eine Woche Urlaub, bevor uns in Dubai dann wieder der Alltag einholen darf...
Im Sommer bin ich bei der Hochzeit einer engen Freundin eingeladen, im August bekomme ich Besuch aus Tasmanien von einer alten Schulfreundin, im September dann aus Deutschland, im November kommt Mama noch einmal, diesmal mit einer Freundin aus alten Zeiten und dann ist 2014 auch schon wieder vorbei...
Vergangene Woche ging es mit einer kleineren Boeing 777 nach Vietnam, genauer Saigon oder wie es mittlerweile heißt Ho Chi Minh City. Der Flug war sehr angenehm, Vietnamesen scheinen sehr genügsame Menschen zu sein, am 14.03. geht es wieder nach Saigon, dann wird sich das zeigen, ob es nicht nur eine Ausnahme war :-)
Neben tollen Gästen war ich auch mit einem Traum von Crew gesegnet: Meine Economy Crew bestand nur aus vier Mädels und meinem Chef, allesamt sehr lustig, stets zu einem Späßchen aufgelegt und nicht auf den Mund gefallen, genau was man braucht, die Business Crew war ebenfalls sehr gut aufgelegt an diesem Tag und sogar das Cockpit, welches sich sonst gerne einmal in Distanz übt war hervorragend zu einem Schwätzchen aufgelegt.
So kam es, dass wir, vom Hotel mit einem Getränkegutschein beschenkt, uns bereits 30min nach dem Eintreffen im Hotel in der Bar einfanden um den Rest des Abends zu besprechen, wohlgemerkt es war bereits 21Uhr...
Einige alkoholische Kaltgetränke später beschlossen zehn Partywütige aus aller Welt sich ins vietnamesische Nachtleben zu stürzen, was wir dann auch taten. Es folgten diverse Baraufenthalte, einige lustige Momente (in einer Spelunke gab es kein Pissoir für Männer sondern nur eine Rinne hinter der ein Flatscreen montiert war...) und zu guter letzt eine Fahrt in einem traditionellen Gefährt, in Thailand heißt es TukTuk, ich weiß nicht ob es dort auch so genannt wird: es ist quasi ein Fahrrad, nur dass anstelle von einem Vorderrad zwei da sind, in deren Mitte ein Sitz montiert ist, auf dem zwei Menschen bequem Platz haben...
Am nächsten Mittag ging es dann kulturell weiter. Stark dezimiert auf nur noch vier von zehn Leuten ging es in einem Bus quer durch Saigon, erst zu einer Behindertenwerkstatt, die den Menschen die von Agent Orange im Vietnamkrieg körperliche Schäden davon getragen haben, einen Job gab und dann weiter, durch schier endlose Wälder hin zu den CuChi Tunnels, in deren 200km langen Tunneln sich die Bevölkerung während des Krieges versteckt gehalten hatte.
Die Führung stellte sehr anschaulich dar, wie es der Bevölkerung gelang, auch aus dem kleinsten Müll den die Amerikaner übrig gelassen hatten, etwas für ihren Nutzen herzustellen. Zum Ende hin wurde die Gruppe auch in die Tunnel geführt, zum Glück nur ein kurzes Stück, ich bin einfach zu groß für diese Tunnel... Das Video verdeutlich das ...
Nach einer langen Rückfahrt ins Hotel, einer Massage im hoteleigenen SPA und gut einer Stunde Schlaf (von dem es in der vorherigen Nacht nur sehr wenig gab) ging es dann Abends wieder Richtung Dubai.
Das schöne an meinem Job ist, dass man jeden Tag neue Menschen kennen lernt, egal ob als Gast oder Kollege, aber genau das kann auch negativ sein. Der Hinflug ist meist noch sehr distanziert unter Kollegen, während der Rückflug sehr spaßig sein kann, wenn man vorher zusammen etwas erlebt hat. Dies ist einer der Gründe, warum ich Flüge mit mehreren Zwischenstops bevorzuge, nicht nur weil man mehr vom Land erleben kann sondern auch weil sich innerhalb der Crew Freundschaften ergeben können innerhalb von nur wenigen Tagen...
Da mir nächsten Monat mehr Beachtung bezogen auf meine Reisewünsche gewährt wird als sonst, hoffe ich auf einen Flug nach Seattle, Boston und einer Tour, die knapp neun Tage dauert (Dubai-Bangkok-Sydney-Christchurch-Sydney-Bangkok-Dubai)...
Ende April geht es auch schon in den Urlaub mit einer Freundin nach Florida, aber dazu im nächsten Eintrag mehr...
Donnerstag Morgen war es soweit, ich habe endlich meinen lang ersehnten und geplanten New York Flug durchgeführt. Es ging früh morgens bzw. eher nachts los, 14h Flug lagen vor mir. Da der Februar komplett unter dem Zeichen der A380 steht, hatten wir also nun 396 Gäste in der Economy zu betreuen, die, dank der Uhrzeit, recht hungrig schienen...
Drei Services und 2,5h Schlaf später landeten wir mit einer Stunde Verspätung am John F. Kennedy Flughafen in New York City. Bis wir im Hotel angekommen sind verging noch eine Stunde und so war es kurz nach elf, bis ich endlich umgezogen in der Hotellobby auf eine Freundin gewartet habe. Wir kennen uns seit meiner Unizeit in Köln, sie ist vor einiger Zeit nach New Jersey gezogen und lebt dort nun mit Mann und Hund :-)
Wir haben unseren Tag mit Kaffee und einem kleinen Frühstück in einem nahen Diner auf der 53. begonnen, sind dann über den Times Square zum Hudson und von da aus weiter zum Meatpacking District.
Es ging über die Highline, eine alte Metro Trasse die zu einer Promenade umgebaut wurde, weiter bis zur Südspitze Manhattans. Nach einem 14h Flug nicht gerade Entspannungsprogramm aber wir hatten uns nach der langen Zeit so viel zu erzählen, dass wir einfach gegangen sind und am Ende festgestellt haben, wo wir gelandet sind :-)
Über 10km waren es dann am Ende...
Nach einer guten Portion Penne Pasta im Wall Street Viertel in der Nähe vom neuen alten World Trade Centre haben wir uns dann in die Ubahn gesetzt und es ging heimwärts.
Ich habe mir dann in der Abenddämmerung noch NYC von oben angesehen, auf dem Tower des Rockefeller Centre. Immer wieder ein beeindruckender Ausblick, auch wenn man hier schon oben war...
Der Plan für nächsten Monat erweist sich als sehr passend und ich könnte ihn mir nicht besser vorstellen: Ich werde Vietnam zweimal besuchen, beim ersten Flug ist direkt schon eine Mekong Delta Tour geplant, Montag folgen dann Details von diesem Flug...
Zudem habe ich meine Graduation Ceremony am 05.03. und Mama kommt nächsten Dienstag Abend auch eingeflogen und bleibt ein paar Tage hier, es wird also spannend :-)
Seit meinem letzten Eintrag ist viel Zeit vergangen und auch viel passiert...
Der angekündigte Ozeanien Trip liegt bereits zwei Tage hinter mir, München steht morgen an und nächste Woche dann New York... Die Zeit fliegt sprichtwörtlich und real, teilweise weiß man gar nicht welcher Tag ist oder ob es gerade dunkel ist weil es Abend ist oder schon morgen...
Seit meinem Houston Flug habe ich zwei Wochen einen nicht so angenehmen Mitbewohner gehabt, den ich mittlerweile wieder los bin, hoffentlich für lange Zeit,... Jetlag! Ich war bereits ein paar Mal in den USA und kenne Reisen durch Zeitzonen schon länger, aber das was mir mit dem Texas Flug passiert ist war recht unschön.
Ich konnte nicht mehr als 4h schlafen, danach war ich hellwach, dabei war egal ob es gerade tagsüber war oder mitten in der Nacht.
Besondern unpraktisch ist dies an Tagen, wo man eigentlich jede Stunde Schlaf braucht, weil man einen Flug vor sich hat... Aber auch das ging vorbei...
Anfang Februar musste ich mich das zweite Mal seit ich hier her gekommen bin krank melden, kleinere Erkältungen verschleppt man sehr leicht, zu ungunsten der Arbeit, denn mit der kleinsten Erkältung kann man nicht fliegen gehen. Sobald die Nase zu ist besteht beim Fliegen die Gefahr dass man sich im Innenohr Verletzungen zuziehen kann, wo also der Büroangestellte noch mit triefender Nase arbeiten gehen kann, heißt es als Flugbegleiter daheim bleiben und die Wand anstarren, immer darauf wartend dass es schnell vorbei geht.
Dann stand mein ersehnter Ozeanien Trip an. Es ging von Dubai nach Brisbane, Queensland Australien. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 25°C landeten wir früh morgens, genossen flott das Frühstück im Hotel und machten uns dann auf den Weg in das älteste Koala Reservat der Welt...
Neben Koalas gibt es hier aber auch Kängurus und andere kleinere und größere Tiere, eben alles was Australien an Tieren bereithält...
Am nächsten Tag ging es nach Auckland, New Zealand. Dort landeten wir nachmittags, es gab Pläne für eine Party abends, die zu Gunsten des Dinnerbuffets aber fallen gelassen wurden...
Ich zog am nächsten Morgen alleine los um Auckland etwas besser kennen zu lernen. Hügelig wie San Francisco und Wetterschwankungen wie in Thailand, von angenehm warm hin zu schwül und drückend hin zu windig und frisch, alles innerhalb von wenigen Stunden...
Neuseeland besticht durch ungewohnte Grüne, unglaublich hübsche Menschen (die mir auch in Brisbane aufgefallen sind) und gutes Essen an jeder Ecke, hier will ich auf jeden Fall wieder hin!
Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Brisbane, um dann am nächsten Abend den Sprung über das Wasser heimwärts hinter uns zu bringen...
Insgesamt 14h Flugzeit von Dubai nach Brisbane und zurück und rund 3h von Australien nach Auckland, alles in meinem Liebling, der A380.
Im letzen Eintrag habe ich die Crew Betten in der Boeing 777 vorgestellt, diesmal zeige ich wie es im Airbus aussieht... Man muss sich hierbei Schiffsbetten vorstellen und diese in ein Doppelstock Flugzeug packen. Mehr dazu in diesem Video: Es zeigt den kompletten Einblick der A380, vom Upper Deck, der First und Business Class hin zur Economy Class, meinem Arbeitsbereich: der Galley (Bordküche) und dem Bereich wo man als Crew bis zu 3h Schlaf bekommt...
Ich habe auf den langen Flügen einiges gelernt, über Menschen, über Kollegen, über mich selbst. Interessant ist dabei zu lernen, wie schnell einem die Gäste ihre Lebensgeschichte erzählen, egal ob es gerade passt oder nicht.
So lernte ich auf einem Flug von Frankfurt nach Dubai ein altes Paar (über 70) kennen, die über Dubai weiter nach Bangkok fliegen und sich mit mir über den Wechsel im Service und der Flugzeugtechnik über die Jahre unterhielten.
Auf einem anderen Flug lernte ich zwei Jungs kennen, die auf dem Weg nach Melbourne (Australien) waren um dort ein halbes Jahr Work & Travel zu absolvieren.
Eine Sache fällt dabei immer auf: Das deutsche Klientel an Bord der Flüge ist komplett anders als meine vorherigen Reisenden an Bord der Germanwings Maschinen. Auf einmal sind die Deutschen die liebsten Gäste, können Bitte und Danke sagen und freuen sich über noch so kleine Dinge wie ein paar Tipps für Dubai oder andere Reiseziele...
Ich lerne Deutschland zu schätzen, obwohl ich mehrere tausend Kilometer entfernt von Zuhause bin, auch dies hätte ich nie gedacht. Man muss erst in die Ferne um zu wissen was man hat oder hatte...
Nächste Woche steht New York auf dem Plan. 24h Aufenthalt sind schon komplett durchgeplant, dank einer Freundin die dort mit Mann wohnt und sich meiner angenommen hat. Zwar war ich bereits vor zwei Jahren mit Heiko in NYC aber man entdeckt immer noch Ecken, die man vorher nicht kannte... In diesem Sinne sende ich euch ein wenig Sonne, Wärme haben wir leider momentan auch nicht (zumindest nicht für eine Stadt in der Wüste)...